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Ausgabe 13/2026

Repair-Café in Bad Hersfeld erhält Walter-Picard-Preis des Landeswohlfahrtsverbandes

27.03.2026

Repair-Café in Bad Hersfeld erhält Walter-Picard-Preis des Landeswohlfahrtsverbandes

Nahmen freudestrahlend die Auzeichnung entgegen: (von links) Uwe Nöding (Mitarbeiter die Brücke), Kai Marschner (geschäftsführender Vorstand die Brücke), Martin Mehler (Mitarbeiter im Repair-Café die Brücke) und Bürgermeisterin Anke Hofmann.

Das Bad Hersfelder Repair-Café, das die Brücke - Verein für Psychosoziale Hilfen im Kreis Hersfeld-Rotenburg e.V. in Zusammenarbeit mit der Kreisstadt Bad Hersfeld in der Johannesstraße betreibt, wurde am vergangenen Dienstag beim Landeswohlfahrtsverband Hessen mit dem Walter-Picard-Preis 2026 ausgezeichnet.

In seiner Laudatio hob der Erste Beigeordnete des Landeswohlfahrtsverbandes Hessens, Alexander Heppe, hervor, dass das Repair-Café weit mehr als eine Werkstatt zur Reparatur von Alltagsgegenständen sei. Es sei ein Raum der Begegnung, in dem Geben und Nehmen, Eigenverantwortung und Zusammenhalt im Mittelpunkt stehen. Inklusion ist im Repair-Café nicht nur ein Schlagwort, sondern wird im Alltag gelebt.

Kai Marschner, geschäftsführender Vorstand der Brücke hob in seiner Dankesrede hervor, dass die gleichberechtigte Teilhabe beeinträchtigter Menschen erst dann verwirklicht ist, wenn die Beziehung zwischen den Menschen nicht mehr durch die Beeinträchtigung definiert wird, sondern durch gelebte Gemeinschaft. Im Falle des Repair-Cafés entsteht ein Mehrwert für alle Beteiligten indem liebgewordene Gegenstände repariert werden und Nachhaltigkeit praktiziert wird; der Umstand, dass im Repair-Café Menschen arbeiten, die möglicherweise beeinträchtigt sind, spielt keine Rolle mehr.

„Echte Inklusion entsteht dann, wenn gar nicht mehr bemerkt wird, dass sich Inklusion vollzieht. Genau diesen Effekt erzielen wir im Repair-Café“, so Marschner. Der Preis ist Ansporn für die Brücke auch in Zukunft Rahmenbedingungen und Projekte zu schaffen, die Unterschiede zwischen beeinträchtigten und nicht beeinträchtigten Menschen auflösen.

An der Preisverleihung im Ständesaal des Landeswohlfahrtsverbands Hessen in Kassel nahmen ebenfalls Bad Hersfelds Bürgermeisterin Frau Anke Hofmann, Uwe Nöding als Mitarbeiter der Brücke und die Mitarbeitenden des Repair-Cafés teil.
Bürgermeisterin Anke Hofmann war es, die das Repair-Café für die Auszeichnung beim Landeswohlfahrtverband vorgeschlagen hat. „Ich freue mich sehr für den Verein – er hat die Auszeichnung mehr als verdient. Das Angebot des Repair-Cafés wird von der Bad Hersfelder Bevölkerung sehr gut angenommen. Durch die Auszeichnung mit dem Walter-Picard-Preis erfahren die Mitarbeitenden sowie die Klientinnen und Klienten die Wertschätzung, die sie verdienen“, sagt Anke Hofmann. 

Der Walter-Picard-Preis, 2001 von der LWV-Verbandsversammlung ins Leben gerufen, ist mit 5.000 Euro dotiert. Er wird alle zwei Jahre für besonders nachahmenswertes ehrenamtliches Engagement oder professionelle Projekte in der hessischen Gemeindepsychiatrie vergeben. Namensgeber ist der Sozialpolitiker Walter Picard aus Offenbach: Er war einer der Initiatoren der Psychiatrie-Enquête, die ab 1975 maßgeblich zur Verbesserung der psychiatrischen Versorgung in Deutschland beigetragen hat. Picard gehörte dem Bundestag an und war lange Abgeordneter der Verbandsversammlung des LWV. Ihm lag es besonders am Herzen, offene und wohnortnahe Hilfen für psychisch kranke Menschen zu schaffen. Auch für die Stärkung von Selbsthilfe-Projekten setzte sich Picard ein. Der Walter-Picard-Preis wird 2026 zum 13. Mal vergeben.