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Ausgabe 28/2026
Podcast des Landesarchivs thematisiert die Flutkatastrophe in Bad Hersfeld vor 70 Jahren
09.07.2026

Mit Spaß dabei - das Moderatorenduo des Podcasts: Dr. Jan-Hendrik Evers und Maria Kobold vom Hessischen Landesarchiv. Foto: Franziska Zimmet, HLA
DasHessische Landesarchiv veröffentlicht seit Juli 2025 jeden Monat eine Folge des Podcast "Aufgeschlossen – Türen zur Geschichte".
In der aktuellen Folge sprechen die Hosts Dr. Jan-Hendrik Evers und Maria Kobold mit Dr. Sabine Fees vom Hessischen Staatsarchiv Marburg darüber, wie Akten im Archiv für die Ewigkeit gesichert und erhalten werden (z. B. nach Katastrophenfällen). Als Aufhänger dient der 70. Jahrestag der Flutkatastrophe in Bad Hersfeld, bei dem nicht nur zahlreiche Immobilien in der Innenstadt, sondern auch die Akten des Landratsamts geschädigt wurden. Der Aktenbestand wurde jetzt im Auftrag des Hessischen Staatsarchivs Marburg aufwendig restauriert und zugänglich gemacht.
Inhaltsbeschreibung der Podcast-Folge:
"Was passiert, wenn Geschichte buchstäblich unter Wasser gerät? Und wie lassen sich Akten, Urkunden und Dokumente bewahren, wenn Feuer, Schimmel, Schädlinge oder Papierzerfall sie bedrohen?
In dieser Folge von "Aufgeschlossen – Türen zur Geschichte" geht es um ein Thema, das oft im Hintergrund bleibt, für Archive aber unverzichtbar ist: die Bestandserhaltung. Gemeinsam mit Dr. Sabine Fees aus dem Hessischen Staatsarchiv Marburg sprechen wir darüber, wie gefährdete Unterlagen gesichert, gereinigt, verpackt und langfristig nutzbar gemacht werden.
Ausgangspunkt ist eine Katastrophe in Bad Hersfeld: In der Nacht vom 19. Juli 1956 trat nach starken Regenfällen die Geis über die Ufer. Die Altstadt wurde überflutet, Keller liefen voll – darunter auch das Landratsamt Hersfeld. Dort gelagerte Akten versanken in Wasser und Schlamm. Betroffen waren nicht nur Verwaltungsunterlagen, sondern auch Quellen zur Geschichte einer ganzen Region: Akten aus der Nachkriegszeit, Unterlagen zu Schulen, Gesundheit, Verkehr, Wahlen, Ein- und Ausbürgerungen und zur besonderen Lage des Kreises an der innerdeutschen Grenze.
Die Folge zeigt, wie schwierig der Umgang mit solchen beschädigten Beständen ist. Durchnässte Akten können verblocken, verschimmeln und dadurch für die Nutzung gesperrt werden. Am Beispiel des Landratsamts Hersfeld wird deutlich, welche Maßnahmen notwendig sind, um beschädigte Unterlagen zu retten – von Reinigung und Neuverpackung über die Zusammenarbeit mit Dienstleistern bis hin zur Massenentsäuerung gegen den fortschreitenden Papierzerfall.
Doch Bestandserhaltung beginnt nicht erst im Katastrophenfall. Auch Klima, Staub, Verpackung, Lagerung und Schädlingsmanagement spielen eine zentrale Rolle. Deshalb geht es in der Folge auch um Papierfischchen, Quarantäneboxen, Integrated Pest Management (IPM) und die Frage, wie Archive verhindern, dass wertvolle Unterlagen überhaupt erst Schaden nehmen.
Die Folge macht deutlich: Bestandserhaltung ist eine dauerhafte Aufgabe – analog wie digital. Sie sorgt dafür, dass Geschichte nicht verloren geht, sondern auch in Zukunft erforscht, verstanden und weitergegeben werden kann.
Mehr Informationen zu dieser Episode und zu den Beständen des Hessischen Landesarchivs findet ihr auf landesarchiv.hessen.de sowie auf hla-media.de. Abonniert den Podcast auf Spotify, Apple Podcasts oder der Plattform eurer Wahl, um keine Folge zu verpassen."