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12.06.2024
Liaison von Lullus und Lions - wertvolles Museums-Gemälde wurde restauriert!
Es gilt vielen als das wertvollste und wichtigste Exponat im städtischen Museum Bad Hersfeld: Gemeint ist das Portrait des Stadtgründers, Abtes und späteren Bischofs Lullus, der im 8. Jahrhundert lebte. Das Ölgemälde im Renaissance-Stil ist aus dem Jahr 1586 und stammt von einem unbekannten Künstler.
Kein Wunder also, dass Michael Adam und Dr. Christoph Harlfinger vom Vorstand des Förderkreises nichts unversucht liessen, Partner für die dringende Restaurierung des Bildes zu finden. Und es gelang Ihnen – sie fanden Gehör beim Lions Club Bad Hersfeld. Dessen Präsident Dr. Wolfgang Winges und sein Amtvorgänger Dr. Michael Keymling nahmen sich der Sache an und der Lions Club stellte dann dankenswerter 4.500 Euro für die komplette Restauration zur Verfügung.

Der Vorher-Nachher-Vergleich: Die Aufnahmen machen deutlich, wie sehr Bischof Lullus von der Restaurierung profitiert hat (Fotos: M. Adam/Stadt Bad Hersfeld)
Das überarbeitete Gemälde wurde nun der Öffentlichkeit vorgestellt. Bürgermeisterin Anke Hofmann dankte den Initiatoren für Ihr Engagement: „Wer das Bild vor und nach der Restaurierung gesehen hat, stellt einen Unterschied wie Nacht und Tag fest!“ so Hofmann. „Ich danke dem Lions Club und dem Förderkreis sehr herzlich, dass aufgrund ihres Einsatzes ein Kunstwerk mit einer wichtigen Gestalt der Bad Hersfelder Stadtgeschichte buchstäblich zu neuer Pracht erwacht ist!“
Glückliche Gesichter (v.l.n.r.): Lions-Präsident Dr. Wolfgang Winges, Bürgermeisterin Anke Hofmann und Michael Adam vom Förderkreis Museum Bad Hersfeld freuen sich über Lullus im neuen Glanz
Auch Winges und Adam sind hellauf begeistert von den Ergebnissen der Restauratoren. „Claudia Kluger und Jürgen Böhme vom Atelier für Kunsttechnologie und Konservierung aus Baunatal haben großartige Arbeit geleistet. In ihrer langwierigen und sorgfältigen Millimeterarbeit haben sie dem Portrait neue Strahlkraft gegeben. Auch die schadhaften Stellen im Rahmen wurden repariert und das Gemälde mit einem speziellen Museumsglas ausgestattet.“

Mit der exzellenten Arbeit wird das Bild auch in seinem ursprünglichen Anspruch wieder klar erkennbar. Schließlich hatte die katholische Kirchenkunst in der Renaissance, anders als im beginnenden deutschen Protestantismus, durchaus das Ziel, die kirchlichen Würdenträger, insbesondere einen Bischof Lullus, mit ihren Insignien (Mitra, Stab und Ring) sowie mit dem edelsteinbesetzten Brokatgewand als besonders wertvoll hervorzuheben – seht her, das Beste und Herrlichste, was wir haben, Gott zu Ehren!
Die Geschichte des Gemäldes nach seiner Entstehung ist auch interessant: Es war usprünglich Teil einer ganzen Reihe von Bilder, die Ende des 16. Jahrhunderts von Ludwig Landau in Auftrag gegeben wurde, der als Ludwig V. von 1571 bis 1588 Abt in Hersfeld war. Er hatte damit die Portraits aller seiner Vorgänger im Amt verewigen lassen.
Die Spur der Bilder hatte sich dann über die Jahrhunderte verloren, bevor 22 von Ihnen 1827 im „Schloss zu den Eichen“, dem heutigen Schloss Eichhof, wiederentdeckt wurden. Das Bild von Bischof Lullus wurde danach, so Michael Adams Vermutung, kurzerhand in das Rathaus der Stadt verbracht, wo es dann viele Jahre hing, bevor es im 20. Jahrhundert seinen jetzigen Standort im Stiftsbezirk fand.
Das beherzte Zugreifen der damaligen Stadtoberen hatte für das Lullusportrait jedenfalls sein Gutes - denn die übrigen 21 Portraits erteilte erneut das Schicksal des Vergessens. Ihr Aufenthaltsort ist bis heute unbekannt.
Das Lullus-Gemälde hingegen ist in seiner neuen Pracht ab sofort wieder im städtischen Museum (Im Stift 6a) zu bewundern! Es eröffnet derzeit an prominenter Stelle den Museumsrundgang im ersten Obergeschoss.
Museum der Stadt Bad Hersfeld
Im Stift
36251 Bad Hersfeld
Telefon 06621-75774
museum@bad-hersfeld.de
https://museen.bad-hersfeld.de/
Öffnungszeiten
Montag: geschlossen
Dienstag bis Samstag: 10 bis 12 Uhr und 15 bis 17 Uhr
Sonntag und Feiertage: 11 bis 17 Uhr
Während der Festspiel-Saison (21. Juni bis 18. August 2024)
Montag: Geschlossen
Dienstag bis Sonntag: 10 bis 12 Uhr und 14 bis 21 Uhr
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