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26.01.2026

Erzieher auf vier Pfoten: Hund Dusty komplettiert das Team der Kita Abenteuerland

Erzieher auf vier Pfoten: Hund Dusty komplettiert das Team der Kita Abenteuerland

Auch die Kleinsten in der Kita Abenteuerland lernen Hund Dusty schon kennen und dürfen ihn streicheln. 
Fotos: Laura Hellwig

 

Artikel aus der Hersfelder Zeitung von Freitag, 23. Januar 2026.

Von Nadine Meier-Maaz

Er kommt auf leisen Pfoten daher, bleibt von den Kindern aber natürlich nicht lange unbemerkt: Wenn Dusty sein Frauchen Juliane Weppler ins „Abenteuerland“ begleitet, ist das für die Kinder stets ein besonderes Erlebnis. Wenngleich der tierische Besuch eigentlich nichts Besonderes mehr ist, denn der Australian-Shepherd-Rüde gehört längst fest zum Kita-Team.

Seit gut anderthalb Jahren kommt Dusty regelmäßig mit in die Kindertagesstätte, in der Regel einmal im Monat. Einige der älteren Kinder kennen ihn allerdings schon deutlich länger, da er zuvor zum Beispiel auch schon bei einer Projektwoche dabei war.
Was nach Spiel und Spaß aussieht, etwa wenn die Krippen-Kinder Dusty streicheln dürfen, ist für den Rüden und Juliane Weppler in erster Linie Arbeit.

„Ich versuche, ihn die ganze Zeit über in Arbeit zu halten, also ihn auf mich zu konzentrieren oder mit kleinen Kommandos zu beschäftigen“, erklärt die Hauneckerin, während sich Dusty wie gewünscht auf den Rücken rollt. Ungeplante Küsschen soll der Hütehund schließlich nicht verteilen. Immer im Blick hat Dusty aber auch das Täschchen mit den Leckerchen, das Weppler an ihrem Gürtel befestigt hat.

Mit fast neun ist Dusty nur ein paar Jahre älter als die Vorschulkinder, in Hundejahren gerechnet sei er jedoch schon ein Senior, sagt sein Frauchen schmunzelnd.
Die Kinder reagieren ganz unterschiedlich auf Dusty. Manche wollen ihn am liebsten sofort knuddeln und genießen die Nähe, andere halten erst mal Abstand.

Australian Shepherds gelten als lebhaft, ausdauernd und klug, und benötigen entsprechende Beschäftigung. „Sie wollen lernen und sind immer offen für neue Aufgaben“, erklärt Juliane Weppler, die sich ganz bewusst für diese Rasse entschieden hat. Die Hauneckerin geht mit Dusty nicht nur zum Training in die Hundeschule, sie nehmen gemeinsam
auch an Turnieren teil.

Dusty ist ein geprüfter Familienbegleithund, trotzdem sind die regelmäßigen Besuche in der städtischen Einrichtung mit74 Kindern in zwei Krippen- und zwei Kita-Gruppen natürlich mit der Fachbereichsleitung abgestimmt und versicherungsrechtlich geklärt. Die Eltern werden schon beim Aufnahmegespräch auf den tierischen „Erzieher“ hingewiesen und müssen schließlich unterschreiben, was die Kinder dürfen und was nicht – streicheln, Leckerchen geben, an der Leine führen.

Negative Reaktionen oder Ablehnung habe sie bislang noch nicht erlebt, berichtet Kita-Leiterin Nicole Güldner-Hellwig. Im Gegenteil: „Viele finden es toll, wenn die Kinder hier die Gelegenheit haben, zu lernen, wie man mit einem Hund umgeht.“ Es gebe mitunter sogar Eltern, die selbst Angst vor Hunden hätten, die es aber gut fänden, dass ihr Kind im „Abenteuerland“ andere Erfahrungen machen könne. Denn auf dem Programm steht nicht nur streicheln.

Juliane Weppler erklärt den Kindern auch, wie sie sich gegenüber Hunden zu verhalten haben, wie man deren Körpersprache deutet, welche „Berufe“ Hunde ausüben können und natürlich auch, dass sie mit fremden Hunden nicht das gleiche machen dürfen wie mit Dusty, der auch dann noch ruhig bleibt, wenn ihm versehentlich mal jemand auf den Schwanz tritt.

Wenn Dusty zu Besuch in der Kita Abenteuerland ist, haben die Kinder abwechselnd auch die Möglichkeit mit Dusty spazieren zu gehen. Besitzerung Juliane Weppler sichert Hund und Kind mit einer zweiten Leine.


Seinen festen Platz hat Dusty in der „Fuchsgruppe“, in der Juliane Weppler als Erzieherin eingesetzt ist. Der Bauteppich muss an diesen Tagen der Hundedecke weichen. Die Kinder stört das jedoch nicht. Der Hund beruhigt und diszipliniert. „Wenn Dusty da ist, ist es deutlich ruhiger in der Gruppe“, bestätigt Wepplers Kollegin. Zur Sicherheit ist Dusty auch noch am Schreibtisch befestigt, falls Frauchen den Raum mal verlassen muss.

Wenn die Kinder mittags essen, gibt es für den Rüden eine Knabberstange. Das Frühstück indes wird an Dustys Kita-Tagen reduziert–wegen der vielen Leckerchen, die es dann üblicherweise gibt.

Alle Kinder haben die Gelegenheit, mit Dusty in Kontakt zu treten,wenn sie es möchten. Abwechselnd sechs Kinder haben bei passendem Wetter sogar die Chance, mit ihm spazieren zu gehen und ihn selbst an der Leine zu führen, wobei Juliane Weppler Hund und Kind stets mit einer zweiten Leine absichert.

Bevor es losgeht, erinnert die Erzieherin, die seit 2019 im „Abenteuerland“ beschäftigt ist, noch einmal kurz an die Spielregeln: Wie wird die Leine gehalten und was ist zu tun, wenn Dusty plötzlich losrennen sollte? „Loslassen!“, wissen die Kinder. Wer Dusty führt, gibt das Kommando, und auf losgeht es los, wenn auch nicht immer gleich beim ersten Mal. Meist geht es in den benachbarten Schildepark, sodass keine Straße überquert werden muss. Den krönenden Abschluss bildet das Apportieren, umgangssprachlich „Stöckchen holen“: Je weiter das Spielzeug fliegt und je schneller Dusty rennt, desto lauter jubeln die Kinder.

Die sechs Stunden im „Abenteuerland“ sind für den Hund Arbeitszeit, betont Juliane Weppler, und wenn es am Nachmittag nach Hause geht, brauchen nicht nur die meisten Kinder eine kleine Pause, sondern auch Dusty. Allerdings nur so lange, bis es zum Training in die Hundeschule geht. „Dann ist er plötzlich wieder putzmunter“, sagt sein Frauchen und lacht.


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