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26.02.2026

Ein Sommer voller kultureller Highlights: Sonderformate ergänzen das Festspiel-Programm im Jubiläumsjahr

Ein Sommer voller kultureller Highlights: Sonderformate ergänzen das Festspiel-Programm im Jubiläumsjah

Thomas Bernhards berühmte Prosa wird von Nicholas Ofczarek in der Stiftsruine rezitativisch zum Leben erweckt. Foto: Tommy Hetzel

 

Die Bad Hersfelder Festspiele sind mehr als große Abende in der Stiftsruine und im Schloss Eichhof. Sie sind ein Sommer voller kultureller Highlights und kennen keinen Ruhetag. Zwar haben die Ensembles der vier Haupt-Ruinenstücke montags Zeit zum Durchatmen, doch ebendiese Tage sind erfüllt mit abermals außergewöhnlichen Seh- und Hörerlebnissen.

Denn zusätzlich zum regulären Spielplan in der Zeit vom 26. Juni bis 16. August 2026 hat Intendantin Elke Hesse abwechslungsreiche Sonderformate mit Stars des deutschprachigen Theaters und der Musikszene entwickelt, die mit Musik, Kammerstücken, Lesungen und kreativen Mitmachprojekten begeistern.

Ob Jung oder Alt, Neuling oder theatererfahren – hier ist Platz für alle, die Kultur nicht nur sehen, sondern erleben wollen und auf diese Weise Bad Hersfeld mit neuen Augen betrachten können. Das Angebot ist für einen breiten Publikumsgeschmack entwickelt und jeweils einmalig für einen besonderen Termin ausgesucht.
 
Am 28. Juni beginnen diese Sonderformate mit dem Gastspiel des hr Sinfonieorchesters unter der Leitung von Chefdirigent Alain Atinoglu unter anderem mit dem musikalischen Bilderbuch „Karneval der Tiere“ nach Camille Saint-Saens für die ganze Familie. Als Moderator konnte der Schauspieler Peter Jordan gewonnen werden.

Am 6. Juli folgt die Rezitation von Nicholas Ofczarek, der Thomas Bernhards Roman „Holzfällen“ vorstellt. Mit bösartiger Genauigkeit seziert der Erzähler aus der Distanz seines Ohrensessels heraus eine „künstlerische Abendgesellschaft“ in der Wiener Gentzgasse. Thomas Bernhards berühmte Prosa wird von Nicholas Ofczarek rezitativisch zum Leben erweckt, während begleitend die Musicbanda Franui u. a. mit einer Spezialität zu hören sein werden, die sie bekannt gemacht hat: dem Zelebrieren von Trauermärschen und Trauermusik.

Nicholas Ofcarek ist – als Burgschauspieler und mit dem Titel eines „Kammerschauspielers“ geehrt – nicht nur in seiner österreichischen Heimat ein Bühnenstar. Der 1971 Geborene wurde von keinem geringeren als Regiestar Claus Peymann gefördert. Von 2010 bis 2012 spielte er bei den Salzburger Festspielen die Titelrolle im Jedermann von Hugo von Hofmannsthal und hatte auch Gastauftritte im Residenztheater München als Kasimir in Kasimir und Karoline unter der Regie von Frank Castorf und Der Weibsteufel. 2013 feierte er einen großen persönlichen Erfolg als Knieriem in der Salzburger Festspielproduktion des Lumpazivagabundus, einer Koproduktion mit dem Wiener Burgtheater. Diverse TV- und Film-Arbeiten sahen Ofcarek in der Hauptrolle, so z. B. des Öfteren im „Tatort“, in der 2022er Verfilmung des „Räuber Hotzenplotz“ sowie der österreichischen TV-Serien „Braunschlag“, „Altes Geld“ und „Sternstunde des Mörder“ aus 2025.

Zum Jubiläumsfest am 11. Juli in der Stiftsruine entdeckt das Publikum das volle Talent des Ensembles und blickt erwartungsvoll auf ein urkomisches, überraschendes Best-of aus 75 Jahren Festspielgeschichte, bei dem die Zuschauerinnen und Zuschauer aktiv den Verlauf des Abends mitgestalten. Das Auditorium erlebt in der Performance „Meisterstücke & Missgeschicke“ wie Legenden neu erwachen, Patzer und Texthänger in Lachmomente zerbersten und große Schauspielaugenblicke noch einmal lebendig werden. Mit großer Spielfreude, Tempo und Energie und werden Lieblingsmomente aus über sieben Jahrzehnten Theaterkunst neu erfahrbar. Ein Abend voller Erinnerungen, Überraschungen und Vergnügen – lebendig, nah und einzigartig wie das Theater selbst.

Meret Becker und Dietmar Loeffler interpretieren Lieder der französischen Chansonette Barbara. Foto: Barbara Braun


Am 13. Juli interpretieren Meret Becker und Dietmar Loeffler die berühmte französische Chansonette Barbara unter dem Titel „Nachtblau – Chanson für eine Abwesende“. Die französische Sängerin Barbara (1930 – 1997) ist der große Einzelfall des französischen Chansons, der bewegende Emotion und feingesponnene Gedankenwelt zu einem einzigartigen musikalischen Erlebnis zusammenführt. Mit ihrer klaren, mitunter tiefdunklen Stimme und ihren die Seele erforschenden Liedern ist Barbara neben Edith Piaf, Juliette Greco und Jacques Brel eine der großen Vertreterinnen des französischen Nachkriegs-Chansons. Meret Becker und Dietmar Loeffler entdecken eine Künstlerin neu, die sich als französische Jüdin für die Aussöhnung zwischen Deutschland und Frankreich eingesetzt hat, wie kaum eine zweite. Das Duo würdigt diese große „unbekannte Bekannte“, die ihre Lieder sowohl auf Deutsch als auch auf Französisch gesungen hat.

Die Liste ihrer Film- und Fernsehrollen ist mehr als umfangreich: Meret Becker zählt zur Spitzengarde deutscher Mimen. Geboren 1969 in Bremen ist die Tochter von Monika Hansen und Rolf Becker, Stieftochter von Otto Sander und Schwester von Ben Becker Mitglied einer Schauspieler-Familie und trat bereits mit fünf Jahren mit ihrer ersten Rolle im ZDF auf. Nach einer Reihe von TV-Auftritten nahm Beckers Filmkarriere ab 1990 Fahrt auf, zum Beispiel in „Kleine Haie“, „Rossini“ oder in Dominic Grafs „Die Sieger“. Die gebürtige Bremerin erhielt den Grimme-Preis und wurde mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet. Meret Becker agierte in der TV-Serie „Polizeiruf 110“ und war von 2022 bis 2025 Teil des Berliner „Tatort“-Duos. Als Diva „Esther Kasabian“ spielt sie seit der dritten Staffel in „Babylon Berlin“ mit. Darüber tritt Meret Becker – sowie jetzt bei den Bad Hersfelder Festspielen – als Chanson-Interpretin auf.

Ein Beatboxing-Workshop mit "The Razzzones" findet im buchcafé statt. Foto: Sven Hagolani


Am 20. Juli gibt es tagsüber einen Beatboxing-Workshop mit „The Razzzones“ für Jugendliche im buchcafé, gefolgt von einem Konzert am Abend. Alles dreht sich um die moderne Musikform des Beatboxens, der mundgemachte Rhythmus des zeitgenössischen Raps. Unter anderem stehen für den Workshop Songs wie beispielsweise „Billie Jean“ von Michael Jackson, „ICE ICE BABY“ von Vanilla Ice oder „Drop it like it’s hot“ von Snoop Dogg auf dem Programm. Der Tag schließt ab mit einem öffentlichen Konzert „Der Razzzones“ im buchcafé, bei dem die Workshop-Ergebnisse eingebaut werden.

Am 27. Juli gastiert Max Mutzke mit Band auf der Bühne der Stiftsruine. Seit mehr als 20 Jahren begeistert der deutsche Sänger und Songwriter Max Mutzke die Menschen mit seiner markanten Stimme und seiner Vielseitigkeit. Vor der beeindruckenden Kulisse der Stiftsruine performt Max Mutzke unter anderem Lieder seines aktuellen Albums „XX“.

Last but not least rundet Gayle Tufts am 3. August mit ihrer Show „Please don’t stop the music“ die neuen Festival-Erlebnisse ab. Die Zuschauerinnen und Zuschauer erwartet ein Abend voller neu interpretierter Klassiker, frischen Songs und überraschenden Geschichten. Glamourös und leidenschaftlich präsentiert Gayle Tufts die wichtigen Themen im Hier und Heute im schillernden Licht der ihr eigenen schrägen Sichtweisen. Getragen wird sie von der musikalischen Untermalung ihres kongenialen Bühnenpartners – dem preisgekrönten Film- und Fernsehkomponisten Marian Lux.

Termine und Kartenpreise:

28. Juni 2026, Stiftsruine, 15 Uhr, HR-Sinfonieorchester – 35,00/45,00 Euro

06. Juli 2026, 20.30 Uhr, Stiftsruine, "Holzfällen" von Thomas Bernhard - Lesung mit Musik mit Nicholas Ofczarek und der Musicbanda Franui – 49,00/54,00 Euro

11. Juli.2026, Stiftsruine, 20.30 Uhr, „Meisterstücke & Missgeschicke“ – das Ensemble gratuliert zum Geburtstag – 29,00/34,00 Euro

13. Juli 2026, Stiftsruine, 20.30 Uhr, „Nachtblau: Chanson für eine Abwesende“, Meret Becker und Dietmar Löffler interpretieren BARBARA – 49,00/54,00 Euro

20. Juli 2026, buchcafé, 20.30 Uhr, "The Razzzones" Beat Boxing-Konzert – 15,00 Euro (begrenzt auf 140 Tickets)

27. Juli 2026, Stiftsruine, 20 Uhr, Max Mutzke – 57,40/62,90 Euro

03. August 2026, Stiftsruine, 20.30 Uhr, „Please don’t stop the music“ mit Gayle Tufts – 39,00/44,00 Euro

Alle Tickets, mit Ausnahme des Konzerts von Max Mutzke, sind auf der Website der Bad Hersfelder Festspiele zu buchen. Tickets für Max Mutzke gibt es online im Ticketshop sowie in der Kartenzentrale Am Markt 1.


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