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22.04.2021
Neue ICE-Trasse: 13 Bürgermeister für die „Hersfeld-Variante“
„Wir sind für die Hersfeld-Variante“, unterstreichen die 13 Bürgermeister Harald Preßmann (Hauneck), Thomas Fehling (Bad Hersfeld), Wilfried Hagemann (Ludwigsau), Walter Glänzer (Neuenstein), Manfred Koch (Kirchheim), Thomas Rohrbach (Niederaula), Volker Jaritz (Breitenbach/H.), Carl Christoph Möller (Schenklengsfeld), Dirk Noll (Friedewald), Andre Stenda (Hohenroda), Daniel Iliev (Heringen), Timo Heusner (Philippsthal) und Timo Lübeck (Haunetal) bei einem gemeinsamen Termin vor dem Bahnhof in Bad Hersfeld.
Im Rahmen des DB-Beteiligungsforums zur Neubaustrecke Fulda-Gerstungen wird aktuell die Vorzugsvariante für die Trassenführung gesucht. Neben zahlreichen Argumenten, die vor allem vor Ort in den jeweiligen Kommunen eine Rolle spielen, sind für die Rathauschefs zwei Punkte für die gesamte Region von besonderer Bedeutung: „Der ICE-Halt muss in Bad Hersfeld erhalten bleiben. Und K+S darf als größter Arbeitgeber im Landkreis nicht in seinem zukünftig vorgesehenen Abbaugebiet eingeschränkt werden.“

Den ICE-Bahnhof in der Kreisstadt bezeichnen die Bürgermeister als eine Generationenchance, für die es sich zu kämpfen lohnt. Bad Hersfeld würde mit einer besseren und vor allem dauerhaften Anbindung an das schnelle Personenverkehrsnetz mit Reisezeiten unter einer Stunde zum erweiterten Speckgürtel des Rhein-Main Gebietes. „Das ist eine gute Entwicklungsperspektive für die Stadt selbst, aber wegen der Zentralität auch für unseren gesamten Landkreis.“
Mit den ebenfalls erwogenen Nord-Varianten durch Neuenstein und Ludwigsau ließe sich der Halt in Bad Hersfeld nicht realisieren. Zudem würden unnötig natürliche Lebensräume zerschnitten, die Artenvielfalt eingeschränkt und Grundwasserreserven in Frage gestellt.
Einig sind sich die Kommunalpolitiker auch darin, dass die Neubaustrecke nicht über das zukünftige Abbaugebiet des Kaliwerkes Werra führen darf. Eine Trasse oberhalb der Lagerstätte würde massive Einschränkungen bedeuten, die Perspektive des Bergbaus im Landkreis kurzfristig verschlechtern und den Abbau viel zu früh beenden. Mehr als 4.500 Arbeitsplätze gingen ohne Not verloren. „Die „Hersfeld-Variante“ kann ohne den Verlust des Bergbaus realisiert werden. Es wäre in der Region nicht vermittelbar, wenn trotzdem eine Trasse über das zukunftssichernde Abbaugebiet gelegt würde“, so die Bürgermeister.
Die südöstlich verlaufenden Trassenvarianten seien deshalb aus bergbaulicher Sicht keine Alternative. Im Moor bei Wehrda würde zudem ein in der Region einzigartiges Naturschutz- und FFH-Gebiet mit höchster Priorität und einer außergewöhnlichen Artenvielfalt zerstört.

Die Bürgermeister werden sich im weiteren Verlauf des DB-Beteiligungsforums für die „Hersfeld-Variante“ einsetzen. Konkret biegt diese bei Langenschwarz von der bisherigen ICE-Strecke in einen Tunnel ab, der nördlich von Unterhaun endet. Von dort führt die Strecke weiter nach Bad Hersfeld.
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